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06. DIN, EN, DIN EN und DINplus. Die verschiedenen Normen für Holzbriketts

06. DIN, EN, DIN EN und DINplus. Die verschiedenen Normen für Holzbriketts - Ein Artikel von Maria Hanisch.

DIN und EN im Überblick

DIN-Norm und EN-Norm sind Bezeichnungen für erarbeitete Maßstäbe und Regeln, die analysiert, erprobt und anerkannt wurden. Ein Produkt, welches die Kennzeichnung trägt, entspricht somit spezifizierten und festgelegten Anforderungen. Ziele einer Normung sind unter anderem:

  • Förderung des Handels von Erzeugnissen und Dienstleistungen
  • Sicherheit für Verbraucher und Umwelt
  • Verbesserung der Qualität von Produkten, Dienstleistungen sowie Prozessen

Für den Verbraucher von Holzbriketts bedeutet dies eine Garantie für gute Qualität und Sicherheit bei der Verbrennung des biogenen Brennstoffs.

Was bedeutet DIN?

Eine DIN-Norm ist ein deutscher Standard, der in einem Normungsprozess erarbeitet wird, um zum Beispiel ein Handelsgut zu vereinheitlichen. Gemeinsam mit Experten aus Interessengruppen (z.B. Handel, Versicherungen oder Verbraucher) stellt das Deutsche Institut für Normung e.V. (kurz: DIN) eine Reihe von Anforderungen zusammen. In einem Konsensverfahren wird dann über diese Anforderungen abgestimmt. Eine DIN-Norm wird für gewöhnlich innerhalb von 5 Jahren auf veraltete Anforderungen kontrolliert und gegebenenfalls angepasst.

Für Holzbriketts galt bis September 2011 die Norm DIN 51731. Vereinzelt werden noch Produkte angeboten, die diesen Anforderungen entsprechen. 

Was bedeutet EN?

Als EN bezeichnet man Europäische Normen. Sie sind verfasste Regeln, die von einem Standardisierungs-Komitee ratifiziert, also für gültig erklärt, wurden. Jede EN-Norm durchläuft zuvor einen Normungsprozess, wie dies zum Beispiel auch vom Deutschen Institut für Normung e.V. durchgeführt wird.

Was genau ist DIN EN?

Wir wissen nun, dass die DIN-Norm deutsche Anforderungen beschreibt, die an ein Produkt, eine Dienstleistung oder zur Verbesserung eines Prozesses gestellt werden. Die EN-Norm hingegen ist eine Regel, die durch eine Europäische Kommission ratifiziert wurde und innerhalb der Europäischen Union gültig ist.

  • DIN EN ist die deutsche Fassung der Europäischen Norm.

Welche Norm gibt es für Holzbriketts?

Bis September 2011 galt für Holzbriketts wie auch Holzpellets die nationale Norm DIN 51731. Diese Norm wurde durch die Europäische Norm EN 14961-3 abgelöst.

Bei der Prüfung von Eigenschaften wie Schadstoffanteil, Wassergehalt, Aschegehalt, Heizwert oder Partikeldichte werden Holzbriketts in drei Klassen (A1, A2 und B) eingeteilt. Dabei werden qualitative Abstufungen vorgenommen.

Normen für Holzbriketts

Im Gegensatz zu Holzbriketts Klasse B ist bei Produkten der Güteklassen A1 und A2 garantiert, dass nur hochwertige und chemisch unbehandelte Hölzer verwendet werden. Briketts der Güteklasse B können auch aus erntefrischen Hölzern mit höherem Wassergehalt (niedrigerer Heizwert) oder recyceltem Holz hergestellt werden.

Weiterhin unterscheiden sich die verschiedenen Klassen unter anderem durch Wasser- und Aschegehalt. Produkte der Klasse A1 haben einen niedrigeren Wassergehalt als Produkte der Klasse A2 und B. Der Aschegehalt ist bei der Klasse A1 und A2 signifikant kleiner als bei Briketts der Klasse B. Zu Briketts, die den Anforderung der Eigenschaftsklasse A2 genügen, zählen sogenannte Rindenbriketts. 

B-Klassifizierung bedeutet also die niedrigste Güteklasse für Holzbriketts. Diese finden meist in der Industrie Anwendung und werden nicht für die Verwendung in Backöfen empfohlen. In Frankreich beispielsweise ist das Verbrennen dieser Produkte gänzlich untersagt.

  • Holzbriketts aus dem Handel sind also meist entweder EN 14961-3, DIN EN 14961-3, DIN-Geprüft, DINplus oder seit kurzem ENplus zertifiziert. 

Was bedeuten die Siegel DIN- und ENplus für Holzbriketts?

Die Siegel DINplus und ENplus kennzeichnen Produkte, die laut Normregelung die höchsten Qualitätsanforderungen an biogene Brennstoffe erfüllen und werden fortlaufend kontrolliert. Hinter der Zusatzbezeichnung stecken also die Normen DIN14961-3 oder EN 14961-3, die dem Qualitätsstandard A1 genügen. Die meisten Holzbrikett-Händler bieten mittlerweile nur noch Produkte an, die nach DINplus oder ENplus zertifiziert sind. 

Bisher keine Zertifizierungspflicht für Hersteller von Holzbriketts

Natürlich unterliegen auch biogene Brennstoffe wie Holzbriketts Qualitätsanforderungen. Leider besteht nach wie vor keine Pflicht für Hersteller, sich nach diesen zu richten. Dies kann sich primär in einer schlechteren Qualität zeigen, die vor allem bei importierter Ware nachgewiesen werden kann. Die Verwendung von vorbehandelten Holzabfällen und der Einsatz von zusätzlichen Bindemitteln während der Produktion kann ein Risiko für Umwelt und Mensch darstellen. Nicht zuletzt führt eine schlechte Produktion, die sich oftmals äußerlich in geringerer Materialdichte widerspiegelt, und falsche Lagerung unweigerlich zu einer niedrigeren Energieeffizienz von Holzbriketts.

Mit zertifizierten Holzbriketts auf der sicheren Seite

Zwar können Kosten bei der Anschaffung günstigerer Ware eingespart werden, diese werden aber spätestens im Kamin durch schlechte Effizienz der Holzbriketts wieder verfeuert. Wer also sicher sein möchte, ökologisch und ökonomisch richtig zu Heizen, greift beim Einkauf lieber zu geprüften Holzbriketts.

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