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04. Herstellung von Holzbriketts – Die Techniken im Überblick

04. Herstellung von Holzbriketts – Die Techniken im Überblick - Ein Artikel von Maria Hanisch.

Für die Brikettierung von Holzbriketts werden zerkleinerte, bisweilen auch pulverisierte Holzreste als Rohmaterial verwendet. Als Rohmaterialien kommen unbehandelte und trockene Holzspäne, Hackschnitzel oder Sägemehl in Frage. Diese werden dann in der Brikettpresse unter sehr hohem Druck zusammengepresst. Während des Prozesses entsteht aufgrund der starken Reibungskräfte Wärme. Die thermische Energie aktiviert den Zellstoff Lignin, der nun als perfektes Bindemittel funktioniert. So ist eine weitere Zugabe von Bindemitteln nicht mehr nötig.

Die Herstellungsarten von Holzbriketts

Es gibt zwei Verfahren zur Herstellung von Holzbriketts: Das Strangpress- und das Presskammerverfahren.

Das Strangpressverfahren zur Herstellung von Holzbriketts

  • Bei dem Strangpressverfahren wird das Rohmaterial in Kolbenstrangpressen vorverdichtet. Danach wird die Masse in einen zylindrischen Presskanal hineingeführt.
  • Dort wird ein beweglicher Kolben entweder mechanisch oder auch hydraulisch angekurbelt. Nun wird die eingeführte Masse gegen die andere Vorverdichtete gepresst.
  • Dabei entsteht ein starker Pressdruck von rund 1.200 bar, der das Holzmaterial zu einem dichten Holzstrang zusammendrückt.Gleichzeitig wird dieser gepresste Strang enorm erhitzt, sodass eine Kühlung über ein Kühlsystem in der Anlage erforderlich wird.
  • Am Ende des Herstellungsprozesses wird der ausgekühlte Holzbrikettstrang auf eine bestimmte Länge gebracht; dies geschieht entweder durch Zuschneiden oder Brechen des Stranges.

Der Durchmesser eines solchen Holzbriketts, welches in Strangpressverfahren hergestellt wurde, beträgt rund 40 bis 100 Millimeter. Mit diesem Verfahren können sowohl runde als auch eckige Holzbriketts produziert werden.

Eine weitere Herstellungsmöglichkeit funktioniert mit sogenannten Extruderpressen. Hier erfolgt die Verdichtung der Brikettstränge durch eine Förderschnecke. Die Stränge werden dann über den Extruderkopf nach außen gepresst. Allerdings erfordert diese Produktionstechnik einen recht hohen Energieaufwand und wird deshalb nur selten angewendet.

Das Presskammerverfahren zur Herstellung von Holzbriketts

  • Beim Presskammerverfahren erfolgt die Verdichtung, im Gegensatz zur Strangpresstechnik, nach und nach.
  • Das Material wird dann, nachdem es vorverdichtet wurde, meist hydraulisch in der Presskammer gepresst. Die Presskammer hat feste Größenabmessungen, die nicht geregelt werden können.
  • Nachdem die Materialien gepresst wurden, kann nun das fertig geformte Holzbrikett ausgeworfen werden.

Diese Verfahrensweise erfordert im Vergleich zum Strangpressverfahren einen etwas niedrigeren Energieaufwand. Zudem kommt es während der Herstellung nur zu einer geringeren Wärmeproduktion, sodass auf energieziehende Kühlanlagen oftmals verzichtet werden kann.

Holzbriketts aus Presskammerverfahren haben meist eine rechteckige Form. Bekanntester Holzbrikettproduzent, der dieses Verfahren anwendet, ist der Hersteller RUF.

Die Presse entscheidet über Form, das Rohmaterial über die Qualität

Mit der passenden Presse können neben Abfälle wie Sägespäne oder Hackschnitzel selbst feinste Rohmaterialien wie Holzmehl zu hochqualitativen Holzbriketts gepresst werden. Dabei hängt es auch sehr stark vom Rohmaterial ab, welche Produktqualität und welcher Heizwert und am Ende in Ofen oder Kamin landet.