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Die Qualität von Holzpellets - Die Normen und Zertifikate im Überblick

Die Qualität von Holzpellets - Die Normen und Zertifikate im Überblick - Ein Artikel von Maria Hanisch.

Die Qualität von Holzpellets – Die Normen und Zertifikate im Überblick

Jedes Produkt kann genormt werden – und das ist auch gut so. Auch für Holzpellets wurden Normen erarbeitet, die den Verbraucher vor Risiken schützen und die Energieeffizienz des Produkts sicherstellen.

Wozu sind Normen da?

Normen sind nationale oder europäische Leitlinien, Regeln oder Eigenschaften. Sie sollen unter anderem den Handel von Waren und Dienstleistungen zwischen den Ländern vereinfachen. Zugleich werden durch Normen Anforderung an ein Produkt gestellt, die dem Schutz für Verbraucher und Umwelt dienen sowie ein Mindestmaß an Qualität gewährleisten. Für biogene Festbrennstoffe wie Holzpellets wurde mittlerweile die nationale Norm durch die europäische Norm abgelöst.

DIN- und EN-Normen für Holzpellets

Händler können ihre Holzpellets zertifizieren lassen. Je nachdem, nach welchen speziellen Anforderungen die Holzpellets genormt sind, tragen die Produkte meistens ein DIN-oder ein EN-Siegel.

Das DIN-Zertifikat für Holzpellets entspricht dem vom Deutschen Institut für Normung (DIN) erarbeiteten deutschen Standard, der an Bio-Festbrennstoffe gestellt wird. Ein Produkt trägt bei erfolgreicher Zertifizierung die Normkennzeichnung DIN 51731. Inzwischen gilt diese Norm jedoch als veraltet – sie wurde 2010 durch die neue EN-Norm ersetzt.

Die neue in der Europäischen Union geltende Norm für Holzpellets EN 14961 entspricht strengeren Mindestanforderungen zur Sicherheits- und Qualitätswahrung. Händler, die ihre Holzpellets EN-zertifizieren lassen, bieten dem Kunden also die beste Güteklasse für energieeffizientes und ökologisches Heizen.

Was regeln diese Normen?

Um die Qualität und die Sicherheit von Brennstoffen wie Holzpellets für den Verbraucher zu garantieren, wurden Mindestwerte für Eigenschaften wie Rohdichte, Heizwert, Wassergehalt oder Höchstwerte für chemische Stoffe festgelegt. Die aktuelle europäische Norm 14961 wird in drei Güteklassen unterteilt: A1, A2 und B. Holzpellets, die den Güteklassen A1 und A2 entsprechen, eignen sich zum privaten Gebrauch. Holzpellets der Klasse B sind für die industrielle Nutzung ausgerichtet und nicht für Privathaushalte vorgesehen. Die Güteklasse A1 stellt die strengsten Anforderungen an das Produkt. Holzpellets dieser Klasse bieten dem Verbraucher somit die beste Qualität und Schutz. Für Holzpellets der Klasse A2 gelten geringere Regelungen. So darf beispielsweise der Aschegehalt eines A2-genormten Produktes höher ausfallen als bei A1-Pellets. Auch der Heizwert liegt leicht unter dem Mindestwert von Holzpellets der Klasse A1. Diese Normen bilden die Basis für DINplus- oder ENplus-Zertifikate.

Die Zertifikate DINplus und ENplus

Die meisten auf dem deutschen Brennstoffmarkt erhältlichen Holzpellets sind entweder DINplus- oder ENplus-zertifiziert. Vereinzelt werden noch Waren, die der veralteten Norm DIN 51731 entsprechen, angeboten./

Das nationale Zertifikat DINplus ist eine Erneuerung der alten Norm DIN 51731 und wird bereits seit 2002 vergeben. Die Anforderungen wurden mit denen der europäischen Regelungen erweitert.

Das Zertifikat ENplus hingegen wurde 2010 vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) im Rahmen eines Zertifizierungsprogrammes vorgeschlagen. Es erreicht nicht nur die Anforderung der EU-Norm, es verschärft die Reglements erneut.

Für die Vergabe eines DINplus- oder ENplus-Zertifikats müssen vom Hersteller zudem Anforderungen für Produktion, Lagerung und Lieferung zum Händler erfüllt werden.

Ein Zertifikat wird lediglich auf Zeit vergeben. Der Hersteller oder Händler muss seine Pelletware dementsprechend regelmäßig neu zertifizieren lassen. Zudem sollen geregelte Kontrollen durch Prüfstellen die Wahrung von Qualität und Sicherheit der Holzpellets gewährleisten.

Keine Zertifizierungspflicht von Holzpellets für Hersteller oder Händler

Bisher ist die Zertifizierung der Holzpellets für Hersteller und Händler freiwillig. Die Gefahr für den Verbraucher, Ware minderer Qualität zu erhalten, steigt deshalb um ein Vielfaches. Das zeigt sich nicht selten bei importierten Produkten, deren Mängel sich oftmals schon äußerlich zeigen. Bröckelnde Pellets und lose Späne in der Verpackung deuten auf eine produktionsbedingt mangelnde Materialdichte hin, ein aufgequollenes Äußeres ist ein deutliches Zeichen für feuchte Lagerung.

Hohe Anforderungen zahlen sich für den Verbraucher aus

Nichtzertifizierte Holzpellets sind oftmals günstiger erhältlich als Premiumware. Prinzipiell bedeutet das nicht, dass diese Produkte mangelnde Qualität aufweisen. Dennoch finden sich unter den Holzpellets nicht selten zweifelhafte Angebote, die sich für den Verbraucher schnell als eine ärgerliche Fehlinvestition herausstellen. Feuchte Holzpellets lassen sich nur sehr schwer verbrennen. Der Energiewert ist niedrig, die Emissionswerte steigen und das Heizen bleibt ineffizient. Zertifizierte Produkte hingegen garantieren dem Verbraucher eine saubere und effiziente Verbrennung der Holzpellets. Wer also gewährleisten möchte, wirtschaftlich und ökologisch auf der sicheren Seite zu Heizen, wählt beim Kauf geprüfte Holzpellets.